Mögliche Indikationen

  →  Arthrosen & Spondylosen
  →  Atemwegserkrankungen, akut & chronisch
  →  Bewegungseinschränkungen
  →  Durchfall, Verstopfung, Kotwasser (gastrointestinale Störungen)
  →  Förderung von Durchblutung & Stoffwechsel
  →  Hautprobleme
  →  Infekt-Anfälligkeit, Stärkung des Immunsystems
  →  Muskelverspannungen
  →  Narben-Entstörung
  →  Postoperative Behandlungen zur Rehabilitation
  →  Prävention bei Sportpferden
  →  Rückenschmerzen
  →  Schmerztherapie, akut & chronisch
  →  Stärkung älterer Tiere
  →  Überbelastungsbeschwerden, Leistungsabfall
  →  Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Angst & Stress)
  →  Verletzungen von Bändern, Muskeln, Sehnen
  →  Wundheilung

Kontra-Indikationen

  →  Chirurgische Indikationen (z.B. Brüche, die gerichtet werden müssen)
  →  Gen-Defekte (Erbkrankheiten)
  →  Krebsartige Tumore (Schmerzlinderung möglich, siehe INDIKATIONEN)

Ablauf der Behandlung

Das Pferd soll in einem sauberen und trockenen Zustand sein. Als Umgebung eignet sich ein trockener, heller Behandlungsplatz. In einer Pferdeboxe wird aus Sicherheitsgründen keine Therapie vorgenommen.

Steht im Falle von nasser Witterung kein trockener, heller Platz zur Verfügung, sollte der Termin verschoben werden.

Für die Behandlung lege ich Wert auf eine ruhige Umgebung. Das Pferd soll während der Therapie möglichst viel Ruhe und Entspannung erfahren. Eine unruhige Umgebung wirkt sich meist negativ auf die Behandlung aus.

Die Behandlung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, wird mit einer exakten Anamnese gestartet. Sie dient als bestmögliche Grundlage der Therapie. Eine solche kann zeitaufwändig ausfallen, im Speziellen bei der Erstbehandlung. Sie erfordert eine genaue Aufnahme und Auswertung der Gegebenheiten (Bsp.: Wann und unter welchen Umständen hat das Problem begonnen, etc.). Dies ist wesentlich, handelt es sich doch bei der TCVM um eine ganzheitliche Therapieform, die das Lebewesen in seiner Gesamtheit erfasst.

Wichtig ist die Mitteilung bereits erfolgter Behandlungen, deren Verlauf und der eingenommenen Medikamente wie Antibiotika, Hormone, Kortison, homöopathischer (Komplex-) Mittel, Schüssler Salze, Phytotherapeutika etc. Medikamente können den eigentlichen Zustand des Tieres verschleiern und/oder Blockaden bilden.

Ist eine Trächtigkeit angezeigt, so MUSS dies unbedingt erwähnt werden. Einer Akupunkturbehandlung steht nichts im Wege, jedoch sind bestimmte Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Da während und nach einer Akupunkturbehandlung eine vermehrte Endorphinausschüttung und somit ein erhöhter Hormonspielgel auftreten kann, sollte 24 Stunden vor einem Wettkampf KEINE Akupunktur mehr erfolgen (physikalisches Doping).

Am Tier selbst wird ermittelt, wie sich die Störungen am/im Körper bemerkbar machen. Dies erfolgt durch Betrachten, Hören, Riechen, Tasten, «Abfragen» der diagnostischen Akupunkturpunkte, Betrachten der Zunge, …

Danach folgt die Behandlung selbst mittels Akupunkturnadeln, Laser und/oder Moxa, je nach Bedürfnis des Tieres. Die Nadeln, meist zwischen einer und fünfzehn, verbleiben je nach Bedürfnis rund 15 bis 40 Min. an den konkret definierten Punkten.

 
 
 

 

Im Anschluss an die Therapie wird das weitere Vorgehen besprochen, auch ob Ruhetage für das Pferd sinnvoll sind. Da jeder Körper auf seine eigene Art reagiert, kann der Weg der Heilung verschieden sein. Kleinere Symptome können vor dem eigentlichen Problem abklingen. Auch wenn diese Symptome nicht im Vordergrund stehen, handelt es sich trotzdem um eine positive Reaktion des Körpers. Der Heilungsprozess wurde in Gang gesetzt und der Organismus geht nun SEINEN Weg der Heilung.

Rückmeldungen betreffend Reaktionen begrüsse ich sehr.


Akupunktur, ein Teil der TCVM

Akupunktur

Erste konkrete Berichte der Akupunkturbehandlung von Tieren in China stammen aus der Zeit um 650 v. Chr. Damals habe Sun-Yang die militärisch eingesetzten Reitpferde mit Akupunktur und Moxibustion behandelt, um sie leistungsbereit und gesund zu halten. Nach Meinung diverser Autoren gilt Sun-Yang als Stammvater der chinesischen Veterinärmedizin, Fachmann für die Beurteilung von Pferden, Akupunktur, Moxibustion, Kauterisation sowie Kräutermedizin.

Was in der Vorzeit begann, wurde bis heute von Generation zu Generation überliefert, Schriften wurden angepasst und komplementiert.


Ziel der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin, kurz TCVM, ist es, die Harmonie zwischen dem Körper und seiner inneren und äusseren Umgebung im Gleichgewicht zu halten oder die Ursache für eine «Krankheit» zu finden, zu beheben und das Gleichgewicht wieder herzustellen. Die chinesische Philosophie spricht hier vom energetischen Gleichgewicht bzw. Ungleichgewicht, der Begriff «Krankheit» im Sinne der westlichen Schulmedizin existiert nicht. Die auftretende Krankheit als solche gilt als Symptom einer vorrangig vitalen Störung (siehe auch PRÄVENTION - ERNÄHRUNG & HALTUNG).

Traditionell versteht man unter Akupunktur die Regelung des Flusses der Lebensenergie, die in China «Qi» genannt wird. Das Qi fliesst in energetischen Kanälen, die nicht nur die Akupunkturpunkte, sondern – über innere Verläufe – auch die inneren Organe miteinander verbinden und beeinflussen. Eine Störung dieses energetischen Flusses kann Schmerzen und/oder Krankheiten hervorrufen. Hier ist die Hilfe des Therapeuten gefragt.

Die Ernährung, das Verhalten, Haltungsformen, klimatische Gegebenheiten sowie Emotionen werden in diese Therapie miteinbezogen. So kann eine optimale Behandlung nach ganzheitlichem Prinzip erfolgen.


Wie funktioniert Akupunktur?

Akupunktur ist eine Therapieform, bei der an genau festgelegten Punkten mittels physikalischer Reize wie Nadeln oder Laser heilend auf den Organismus eingewirkt wird. Die Stimulierung der Akupunkturpunkte bewirkt eine Harmonisierung des Energieflusses im Körper, welche Organe, Kreislauf und Psyche unterstützt und reguliert. Es gilt, das energetische Gleichgewicht zu halten oder wieder herzustellen, Funktionsstörungen zu beheben.


Moxibustion

Die Moxibustion, kurz Moxa, hat die Eigenschaft, Akupunkturpunkte zu erwärmen, womit eine Verstopfung der Meridiane aufgelöst, Kälte und Nässe eliminiert und die normale Funktion der Organe gefördert wird. Moxa hat also eine erwärmende und stärkende Wirkung, was meist als sehr angenehm empfunden wird. Durch die Zufuhr von Wärme werden auch die lokale Durchblutung und die Stoffwechselaktivität angeregt, was insbesondere bei Rücken- und Gelenkbeschwerden (z.B. Arthrose) hilfreich ist.

(Aus Sicht der TCVM sind viele krankhafte Zustände auf fehlende Wärme, Nässe und Energieblockaden im entsprechenden Meridian zurückzuführen. Moxa wird, nach chinesischer Tradition, aus getrockneten Beifussblättern [artemisia vulgaris] hergestellt. Für Heilzwecke schon seit mehreren tausend Jahren verwendet, wird die Pflanze in ganz China kultiviert.)

artemisia vulgaris